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  13. Jänner 2010
Salzburg braucht 100 Windräder
 

In zehn Jahren sollen 6500 Elektrofahrzeuge auf Salzburgs Straßen fahren, das wären 2,1 Prozent der Autos. Zudem braucht es pro Jahr 1000 neue Pellets- und Hack schnitzelkessel, mehr Geh- und Radwege und Kurse zum Spritsparen für Lastwagenfahrer.

Diese Maßnahmen werden in einer Studie der Österreichischen Energieagentur und des Beratungsunternehmens A. T. Kearney gefordert.

Die Autoren der im Auftrag der Landesregierung erstellten Expertise gehen davon aus, dass es so gelingen könnte, bis 2020 den Energieverbrauch auf dem aktuellen Niveau zu halten und den Anteil erneuerbarer Energie von 32 auf 50 Prozent anzuheben. Die Studienautoren haben sich dabei an EU-Zielen orientiert. Das sei ein „ambitioniertes, aber machbares Ziel“, sagten Florian Haslauer von A. T. Kearney und Herbert Lechner von der Österreichischen Energieagentur am Dienstag.

Prognosen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen der Energieverbrauch bis 2020 um rund ein Fünftel steigen wird. Schon in den vergangenen Jahren ist der Energieverbrauch stärker gestiegen als die Wirtschaft gewachsen ist. Verantwortlich dafür machen die Studienautoren vor allem der Verkehr, den Tanktourismus, aber auch den Bereich Hotellerie/Gastgewerbe.

Was den Verkehr anbelangt, wird im Ortsgebiet Tempo 40 gefordert, auf Bundesstraßen Tempo 80 und auf Autobahnen Tempo 100. Auch höhere Gebühren für das Parken befürworten die Studienautoren.

Wichtig sei vor allem die Sanierung von Gebäuden und der verstärkte Einsatz von Biomasse- und Solaranlagen, sagte Lechner.

Wie die Grafik oben zeigt, soll die Hälfte der Gesamtenergiemenge, die in Salzburg verbraucht wird, im Jahr 2020 von erneuerbaren Energieträgern stammen. Zum Vergleich: Ein Terajoule entspricht der Energiemenge von zirka 28 Tonnen Öl. Mit 100 Windrädern könnten 1400 Terajoule, also rund 40.000 Tonnen Heizöl eingespart werden.

Energielandesrat Sepp Eisl (ÖVP) sieht in manchen Gebieten noch viel Potenzial für Verbesserungen, etwa im Tourismus. „In den Hotels sind die Anlagen oft nicht aufeinander abgestimmt.“

Wie viele der Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden, sei noch nicht klar. Die Studie zeige „Handlungsfelder“ auf, sagte Eisl. Entscheiden müsse darüber die Politik. Der grüne LAbg. Cyriak Schwaighofer sagte dazu, es sei fraglich, ob es die Landesregierung jetzt tatsächlich ernst meine. „Die aktuelle Studie wäre ja beileibe nicht das erste Klimaschutzpapier, das in den Regierungsschubladen verstaubt.“

Sollte die Landesregierung an einer Wende interessiert sein, hätten SPÖ und ÖVP heute, Mittwoch, im Landtag die Gelegenheit, das zu beweisen, sagte Schwaighofer. Die Grünen wollen einen Antrag einbringen, der vorsieht, dass das Land bei eigenen Bauvorhaben eine „Selbstverpflichtung“ eingeht, diese Bauten energetisch nach dem neuesten Stand der Technik zu errichten.

SPÖ-Energiesprecher LAbg. Walter Steidl sagte, der Beitrag des Verkehrs an den CO2-Emis- sionen liege bei rund 38 Prozent. Die SPÖ setze sich deshalb für die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut ein. Ein entsprechender SPÖ-Antrag soll im Landtagsausschuss behandelt werden.

 
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